Onkologie

Die Diagnose Krebs gehört sicherlich zu den einschneidenden und negativen Erlebnissen im Verlauf eines Lebens. Fast immer sind die betroffenen Frauen unvorbereitet und überrascht von der Diagnose. Viele bekommen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggerissen. Umso wichtiger ist es, direkt ab der Übermittlung der Diagnose das weitere Vorgehen zu besprechen und die weiteren Schritte abzustimmen und einzuleiten. Der weitere Ablauf sollte von Anfang an so gut wie möglich zeitlich und auch inhaltlich besprochen werden. Nichts ist schlimmer, als mit der Diagnose Krebs alleine gelassen zu werden.

Durch die Weiter- und Neuentwicklung der medikamentösen Therapiemöglichkeiten können heute Krebserkrankungen vor und nach den erforderlichen operativen Eingriffen fast ausschließlich ambulant behandelt werden.

Dies ermöglicht den Patientinnen, weiterhin ihr familiäres/häusliches und soziales Umfeld um sich zu haben.  Manche Patientinnen gehen sogar während der Chemotherapie ihrer Arbeit nach.

In dieser schwierigen Zeit unterstützen wir Sie mit unserer Onkologischen Abteilung und unserem Onkologischem Team.

Der Anspruch an uns für Sie:

Eine individuelle, intensive und professionelle Betreuung, bei der vor allem Empathie und Wertschätzung im Vordergrund steht.

Bevor eine Therapie beginnt, vereinbaren wir ein ausführliches Beratungsgespräch. Bei diesem Gespräch besprechen wir mit Ihnen vorliegende Befunde, den Therapieablauf und erläutern Ihnen die von der Tumorkonferenz empfohlene medikamentöse Therapie und mögliche Nebenwirkungen. Bestandteil dieses Gespräches ist vor allem auch die Erörterung der Begleitmedikation, um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

Sie erhalten eine für Sie zusammengestellte Mappe mit  Verhaltensempfehlungen und Informationsmaterial.
Bei Bedarf stellen wir den Kontakt zu beratenden Einrichtungen, zur psycho-onkologischen Betreuung und pflegerischen Begleitung her.

Unser Onkologiebereich ist mit 7 Therapieplätzen / Liegesesseln ausgestattet.  Einige Therapien erfordern einen Aufenthalt über mehrere Stunden.

Um Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, dürfen Sie sich gerne mit eigenem Lesematerial und etwas Proviant versorgen.

Getränke wie Tee oder Cappuccino erhalten Sie selbstverständlich von uns.

Unser  Gäste WLAN – Netzwerk steht Ihnen für Ihren Aufenthalt zur Verfügung.

Unser Ärzteteam und unsere Onkologischen Fachkräfte begleiten Sie in dieser schwierigen Zeit. Wir betreuen und unterstützen Sie bei der Durchführung der Chemotherapie, kümmern uns um Ihre Anliegen und stehen Ihnen jederzeit als Ansprechpersonen bei Ihren Fragen, Sorgen oder Ängsten zur Verfügung.

Ebenfalls liegt es uns am Herzen, Sie bei der psychologischen und emotionalen Betreuung zu unterstützen.

Weitere Informationen

Durchfall- Diarrhoe

Erklärung Diarrhoe:

Wenn der Stuhl, der bei Erwachsenen öfter als dreimal am Tag auftritt, in der Menge vermehrt und/oder wässrig-dünn ist. Durchfall ist häufig mit Bauchschmerzen und Krämpfen verbunden.

Teilen Sie uns so früh wie möglich mit, dass Sie unter Durchfall leiden, damit wir Ihnen rasch helfen können.

  • Bitte trinken Sie ausreichend

Sie sollten 2 Liter täglich zuführen (stilles Wasser und ungesüßten Tee z.B. Kamillen-, Fenchel-, Pfefferminztee). Achten Sie darauf, dass diese Getränke Raumtemperatur haben.

  • Vermeiden Sie fettige und stark gewürzte Mahlzeiten sowie Milchprodukte und koffeinhaltige Lebensmittel bzw. Getränke

Diese Speisen können den Durchfall noch verstärken

  • Vermeiden Sie bitte Lebensmittel, die Gas verursachen

Kohlensäure-haltige Getränke oder Lebensmittel, wie Kohl und Bohnen belasten Ihren Darm zusätzlich. Getränke mit hohen Zuckergehalt und Kohlensäure sollten nicht getrunken werden, da diese die Darmschleimhaut zusätzlich reizen können.

  • Essen Sie mehrere kleinere Portionen Lebensmittel mit niedrigem Ballaststoffgehalt

Mit Ballaststoffen wird der Darm nur unnötig stimuliert und belastet.

  • Bevorzugen Sie Nahrungsmittel wie

Weißbrot, Reis, Nudel, Kartoffelbrei, Grieß, Hüttenkäse, Magerquark, Naturjoghurt, Käse, Pudding und Speisen mit Gelatine, Banane, geriebener Apfel, Apfelmus, gekochte Eier.

Bitte kontaktieren Sie uns bevor Sie Medikamente gegen Durchfall rezeptfrei aus der Apotheke kaufen wollen!

Empfehlungen bei Schlafstörungen

  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Tag-/Nachtrhythmus.
  • Nehmen Sie abends leichte Kost zu sich und vermeiden Sie späte Mahlzeiten.
  • Machen Sie am Abend einen Spaziergang.
  • Reduzieren Sie künstliches Licht am Abend (z.B. langes Fernsehen oder Arbeiten am Computer), putzen Sie Ihre Zähne bei gedimmtem Licht.
  • Das Erlernen von Entspannungs- und Mediationsübungen kann sehr hilfreich sein. (z.B. Muskelentspannung nach Jacobson)
  • Es ist unbedingt zu empfehlen, sich Tagsüber sportlich zu betätigen.
  • Lavendelöl wirkt beruhigend, Sie können z.B. vor dem Schlafengehen Ihre Füße mit Lavendelöl einreiben.

Schleimhautentzündung und Mundtrockenheit

Mundtrockenheit

  • Salbei- oder Zitronenbonbon lutschen, Kaugummi kauen, regelmäßig kleine Mengen trinken, auch wenn Sie unterwegs sind.
  • Wiederholtes Ausspülen des Mundes mit Wasser kann Linderung bringen
  • Das Lutschen von gefrorenen Getränken, Obststücken oder Speiseeis kann angenehme Abhilfe schaffen.

Entzündung der Mundschleimhaut (Mukositis), schmerzhafte Läsionen (Aphten)

  • Regelmäßiges Zähneputzen nach jeder Mahlzeit und vor dem Schlafengehen
  • Weiche Zahnbürste (jeden Monat wechseln) und milde, fluoridhaltige Zahnpasta verwenden
  • Vorsichtige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Bürstchen. (Wurden bisher die Zahnzwischenräume nicht gereinigt, sollte damit vor einer Tumorbehandlung nicht begonnen werden -> Gefahr von Zahnfleischblutungen)
  • Häufige Mundspülungen, für etwa 1 Minute mit 15 ml Wasser oder isotonische Kochsalzlösung, mindestens 4- bis 6-mal täglich. Anschließend für 30 Minuten auf Essen und Trinken verzichten.
  • Genussmittel wie Rauchen und Alkohol vermeiden.
  • Essen Sie bitte pürierte oder passierte Speisen mit hohem Energiegehalt (z.B. Götterspeise, Eiscreme oder Milchshakes).
  • Meiden Sie scharfe oder heiße Speisen, sowie säurehaltige Getränke.
  • Auf Gewürze sowie auf Orangen und Zitronen sollten Sie verzichten, wenn eine Mundschleimhautentzündung besteht.

Empfehlung zur gesunden Ernährung

  1. Vielseitig essen

Abwechslungsreiche Auswahl, geeignete Kombinationen und angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel.

  1. Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln

Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe finden Sie in Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken (am besten aus Vollkorn) sowie Kartoffeln.

Die tägliche Empfehlung liegt bei mindesten 30g Ballaststoffe, v.a. aus Vollkornprodukten. Eine hohe Zufuhr senkt das Risiko für verschiedene ernährungsbedingte Krankheiten.

  1. Gemüse und Obst nimm „5 am Tag“

Dient zur Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

  1. Täglich Milch und Milchprodukte

1 – 2-mal in der Woche Fisch; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen. Dient zur Versorgung mit Kalzium (Milch), Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren (Seefische). Durch Fleisch werden Mineralstoffen und Vitaminen (B-5, B-6 und B12) geliefert. Bevorzugt werden fettarme Produkte, mehr wie 300g – 600g pro Wochen sollten es nicht sein.

  1. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel

Lebensnotwendige (essentielle) Fettsäuren werden durch Fett geliefert diese Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Bitte achten Sie darauf, dass die Fettzufuhr 30% der Gesamtenergizufuhr (60-80g/d) nicht übersteigt.

  1. Zucker und Salz in maßen

Würzen Sie vorzugsweise mit Kräutern und verschiedenen Gewürzen.  Verzehren Sie Zucker und verschiedene Zuckerarten (z.B. Glukosesirup) nur in Maßen.

Angereichertes Salz mit Jod und Fluorid ist sinnvoll.

  1. Am besten Wasser trinken.

Trinken Sie, vorzugsweise Wasser,  rund 1,5l Flüssigkeit jeden Tag.

Alkoholische Getränke nur gelegentlich und in kleinen Mengen.

  1. Schmackhaftes und schonendes zubereiten

Wenn möglich die jeweiligen Speisen bei niedrigen Temperaturen garen.

  1. Nehmen Sie sich Zeit beim Essen und genießen Sie das Essen
  1. In Bewegung bleiben.

Achten Sie auf einen aktiven Alltag indem Sie z.B. zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen.

(Empfohlen wird das metabolisches Äquivalent zu 3-5 Stunden Spazierengehen pro Woche mit moderater Schrittgeschwindigkeit).

Polyneuropathie – Nervenschmerzen

Bestimmte Chemotherapeutika können, wenn diese häufiger verabreicht werden, zu Nervenschäden führen. Die daraus resultierenden Missempfindungen (Kribbelgefühl, Kälte-Hitze- oder Taubheitsgefühl) sind nicht selten symmetrisch, betreffen häufig Finger, Füße und Unterschenkel.

WICHTIG

Leider gibt es aktuell keine Therapie, die zur Heilung oder erheblichen Verbesserungen von Nervenschmerzen oder Nervenmissempfindungen führt. 

Es ist wichtig, dass Sie uns frühzeitig über derartige Probleme informieren!

  • Meiden Sie Alkohol und Nikotin, beide Genussmittel können zu weiteren Nervenschädigungen führen.
  • Untersuchung Sie Ihre Füße regelmäßig nach Wunden, Rötungen und Druckstellen durch die Taubheit können diese unbemerkt bleiben.
  • Sollten Sie Taubheitsgefühle in den Fingern haben, meiden Sie heiße oder kalte Gegenstände. Die Wassertemperatur sollte immer mit einem Thermometer gemessen werden.
  • Durch das gestörte Empfindungsvermögen an den Füßen, kann es vermehrt zu einer Gangunsicherheit und zu Schwindelanfällen kommen, räumen Sie mögliche Stolperfallen aus dem Weg. Nutzen Sie Hilfsmittel wie einen Gehstock oder einen Rollator.
  • Gerne können wir Ihnen Übungen zeigen die gut für Sie geeignet sind.
  • Zusätzlich können Sie, um die Sensibilität zu verbessern, einen Igelball, Linsen oder Erbsen über die Hand oder Fußsohlen rollen. Um die Durchblutung zu fördern können Sie die Füße mit kaltem und warmem Wasser, im Wechsel, abduschen.
  • Trainieren Sie Ihren Tastsinn, in dem Sie verschiedene, insbesondere kleine Gegenstände mit Ihren Fingern ertasten und diese zwischen Ihren Fingern bewegen, z.B. Murmeln, Steine, Spielfiguren, Nudeln, Reis, Erbsen, Linsen, Muttern aufschrauben u.a.
  • Bewegung auf verschiedenen Oberflächen (Barfuß) kann ebenfalls hilfreich sein.

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

Bitte teilen Sie uns frühzeitig mit, dass Sie unter Übelkeit und Erbrechen leiden.

 

  • Versuchen Sie sich zu entspannen

Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre. Beruhigende Musik oder Übungen zur Entspannung können helfen von der Übelkeit abzulenken. Sorgen Sie in Ihren Räumen für frische Luft.

  • Druckpunkt gegen Übelkeit

Legen Sie einen Unterarm entspannt vor sich hin, mit der Handinnenfläche nach oben. Legen Sie drei Finger der anderen Hand direkt unterhalb der Beuge Ihres Handgelenkes auf. Platziere nun den Daumen direkt unter ihnen und lege ihn mittig zwischen die zwei großen Sehnen. Drücken Sie nun, wenn Sie ein Übelkeitsgefühl verspüren mit Daumen und Zeigefinder von beiden Seiten des Handgelenkes aus fest auf diesen Druckpunkt und massieren Sie diesen Punkt anschließend mit kreisenden Bewegungen. Es gibt spezielle Armbänder mit einem Kunststoffknopf, die beidseits getragen werden und diese Punkte unter Dauerdruck setzen.

Bei Appetitlosigkeit können helfen:

Zitronensaft im Getränk kann den faden Beigeschmack verschwinden lassen.

Versuchen Sie Grapefruitsaft, Ingwer-Tee oder Bitter Lemon.

Zeitlich befristet ist die Gabe von Kortison (Dexamethason) möglich. Dies ist vorerst mit uns zu besprechen.

  • Viele kleine Mahlzeiten zuführen

5-6 Mahlzeiten auf diese Weise vermeiden Sie ein vorzeitiges Sättigungsgefühl

  • Bei metallischem, bitterem Geschmack:

Ersetzen Sie möglichst rotes Fleisch wie Rind oder Schwein durch helles Fleisch wie Geflügel oder Fische. Das Marinieren des Fleisches in Wein, Sojasauce oder Fruchtsaft können Sie den bitteren Geschmack überdecken.

Kombinieren Sie Fleisch mit Süßem (z.B. Apfelmus oder Preiselbeeren).

Spülen Sie vor dem Essen den Mund kurz aus.

Trinken Sie vor dem Essen etwas Bitteres wie Tonic Water, Bitter Lemon oder Grapefruitsaft.

Regen Sie den Speichelfluss mit Zitronen- oder Pfefferminztee, Bonbons oder Kaugummi an dies kann gehen den schlechten  Geschmack helfen.

  • Bei faden Geschmack – „alles schmeckt nach Pappe“

Schmecken Sie Speisen mit Zitronensaft, Joghurt oder etwas Essig ab.

Mit frischen Kräutern wie Oregano, Estragon, Petersilie würzen.

Würzen Sie lieber vor dem Essen nach, während der Zubereitung würzen Sie etwas zurückhaltend.

Ein wenig Bewegung vor dem Essen kann den Appetit und dadurch den Geschmack anregen.

Gut vertragen werden kalte Gerichte mit hohem Eiweißgehalt (Milch, Kakao, Eis, Hüttenkäse)

Bonbons, Schokolade, Lakritz können zwischen den Mahlzeiten die Geschmacksnerven anregen.

  • Geruchsstörungen

Verwenden Sie leicht duftende Kräuter wie Dill und Petersilie, evtl. Zwiebeln und Knoblauch. Dünsten Sie Tomaten mit, da diese den Geruch/Geschmack dämpfen. Dünsten Sie Speisen allgemein lieber an statt sie zu braten.

Kompott oder gedünstetes Obst überdecken den Für Sie unangenehmen Geschmack/Geruch.

Für weitere Informationen oder ein beratendes Gespräch nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Telefonisch unter 06021 – 444 77 3-0
Email:  info@fagz.de